Total brachial

Nein, in diesem Programm geht es nicht um die große Finanzkrise. Sondern um unsere ganz private. Die begann bei L.W. Müller schon mit der Alpen-Euro, der Fußball-EM, für Kabarettisten wie für die österreichische Nationalmannschaft weitgehend spielfrei. Dann kam ein längeres Gastspiel in Berlin, bei dem der Künstler seinen Publikum weitaus überlegen war.
Und am Ende eines mageren Sommers taucht der Künstler geknickt bei seiner Bankfiliale in Pinsdorf auf, um wieder einmal „umzuschulden“, vom Minus auf einen Abstotterer-Kredit, so eine kleine „Eigengeldtransplantation…“. Davor aber verlangt der gestrenge Herr Filialleiter Leibetseder erst einmal, dass sich der Künstler selbst einen Überblick über alle – wirklich alle – seine Ausgaben macht. Und der Spaß kann beginnen.
In „total brachial“ geht es also ganz unverhüllt um die Kohle. Angesichts seiner eigenen Misere scheint dem sichtlich erregten Kleinkünstler keine Frage zu blöd zu sein. Krieg ich meine Maut zurück wenn ich auf der Autobahn zurückschieb? Kann ich, wenn ich dringend Antibiotika brauch, auch einfach etwas Zuchtlachs essen? Und was soll der Ausdruck Doppelhaushälfte – ein halbes Hendl ist auch keine Doppelhennenhälfte.
Als kleinen Trost gibt‘s am Schluss zumindest einen kleinen Ausblick aufs Paradies: dort sind die Amerikaner endlich in die USA einmarschiert, um die Bevölkerung zu entwaffnen und die Bank überfällt dich mit unglaublicher Großzügigkeit und stopft dir das Geld in die Taschen, während du flach auf dem Boden liegst.
Aber keine Sorge: je ernsthafter das Thema, desto größer die Chancen, sich über die Widrigkeiten des Alltags abzulachen.
Erschüttert ist nach diesem Abend vor allem Ihr Zwerchfell!

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