"Metamorphosen"

Peter Simonischek liest Ovid

Ovids Metamorphosen sind eines der schönsten und ehrgeizigsten Werke der Weltliteratur. Peter Simonischek trägt Gerhard Finks elegante Prosaübersetzung so unvergleichlich souverän vor, dass man ihm stundenlang zuhören möchte: Die Verwandlungs-geschichten von überbordender Fantasie erzählen von Göttern und Menschen, Planeten, Tieren und Pflanzen und umfassen das ganze Spektrum griechischer und römischer Mythologie. Nichts verharrt hier in ewiger Ordnung, jedes Wesen ist zu jeder Veränderung fähig.


Die Zuhörer werden dabei mit höchstem Vergnügen jenen Figuren wieder begegnen, die sie vielleicht einst aus ihrer Schulzeit als "Hypothek" mit ins Leben nahmen: So lenkt etwa der Sonnenkönig Helios täglich seinen von vier feurigen Rössern gezogenen Sonnenwagen über den Himmel, während ihm sein Sohn Phaeton jeden Morgen in den Ohren liegt, er solle doch ihm einmal die Zügel überlassen. Man trifft auf Paare wie Orpheus und Eurydike, deren Liebesglück jäh durch einen Natterbiss zerstört wird; Ariadne schenkt ihrem Theseus das magische Schwert und einen Knäuel Wolle; die beiden Alten "Philemon" und "Baucis" werden aus lauter Liebe zu Bäumen, während Pygmalion sich selbst seine Traumfrau erschafft, die aus Elfenbein geformt, lebendig wird. Nur Narziss verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild ...